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Übersetzung

Randbemerkung In Britske Listy

 

 

1.9.2008

Barack O., Sarah P.: Seid keine schlafenden Hunde, oder Über Kunst, Inspiration und Angst

Uwe Ladwig

 

        

            Die Ausstellung der Malerin Gudrun Siegmund in der kleinen Galerie 3X23 ist nach einem ihrer neuen Bilder 'Schlafende Hunde' benannt. Der Gedanke zur heutigen Randbemerkung kam mir aber angesichts eines ihrer anderen Bilder namens ´Paar` als Henryk Klajna mit Hinweis auf ein  deutsches Sprichwort darauf hinwies, dass man einige Hunde wirklich nicht wecken sollte, andere aber doch, da diese anderen helfen könnten, die Welt zu verbessern. In jenem Augenblick dachte ich mit einem seltsamen Gefühl der Angst an den messianischen Prediger Barack Obama und an die christliche Fundamentalistin Sarah Palin…

 

            Christliche Fernsehprediger erlebte ich zum ersten Mal, als ich mir dereinst japanisches Fernsehen anschaute. Ich begriff damals nicht, was ich da sah, konnte dem einfach nicht glauben. Es handelte sich dabei aber tatsächlich um keinen Film, sondern um einen Gottesdienst, bei dem Geld eingesammelt wurde. Damals fragte ich mich, was diese Prediger wohl wirklich denken, ob sie wirklich an Gott glauben oder nur an das Geld der Gläubigen kommen wollen.

 

            Und Sie fragen sich, was das mit Barack Obama zu tun hat, dem Präsidentschaftskandidaten der Demokraten? Nun, als ich ihn in Berlin reden hörte, wusste ich auch nicht, was er eigentlich will, und dass, obwohl ich sehr wohl verstand, was er sagte. Es war eine wirklich schöne Rede, eine schöne nichts sagende Rede. Und als angeblich deutsche Zuhörer applaudierten, als Obama davon sprach, dass er sich von Europa ein stärkeres Engagement in Afghanistan wünsche, wunderte ich mich erst nur darüber. Dann kam ich zu dem Urteil, dass, falls es Deutsche waren, diese wohl nicht verstanden hatten, dass sie der Forderung Beifall zollten, mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan zu schicken.

 

            Auf dem mich inspirierenden Bild war aber andeutungsweise ein Paar zu sehen. Und seltsamer Weise verband ich gedanklich mit Barack Obama nicht dessen Frau, sondern die Kandidatin der Republikaner Sarah Palin, die mir vorkommt wie eine christliche Kämpferin, für manch einen wahrscheinlich sogar mit dem Anschein eines Heiligenscheins. Sie ist eine Mutter von fünf Kindern, die ihren Ältesten anscheinend ruhig in den Irak ziehen lässt und die der eigenen Tochter, falls sie vergewaltigt und dabei geschwängert würde, wohl einen Schwangerschaftsabbruch verweigern würde.

 

            Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, ich habe vor den messianischen Predigern Angst und vor den Gotteskämpferinnen graust es mir. Und dieses nicht nur, wenn es um Kandidaten für die höchsten Ämter der Vereinigten Staaten von Amerika geht. Bezüglich der amerikanischen Wahlen hoffe ich deshalb auf die beiden älteren Herren, mit denen ich aber auch nicht sehr zufrieden bin. Jedoch um meine Zufriedenheit geht es dabei ja selbstverständlich nicht. Ich wünsche aber John McCain noch ein langes Leben in Gesundheit und selbstverständlich auch, dass er bei den Präsidentschaftswahlen verliert…